Dranbleiben – und Spaß dabei

dranbleiben

#013 – Dranbleiben – Hartnäckigkeit, Durchhaltevermögen, Zielstrebigkeit

„Erfolgreiche Menschen wird oft nachgesagt, dass ihre wichtigste Eigenschaft ist, an einem Thema dranbleiben zu können, allen Widerständen zum Trotz“

Das Thema ist so vielfältig und umfangreich, dass es den Rahmen dieses Artikels sprengen würde. Ich habe für Dich daher das Wesentliche kurz zusammengefasst und freue mich bereits auf Dein Feedback.

Viel Spaß beim Lesen

Was bedeutet nun dranbleiben? Für mich heißt das im Wesentlichen, dass ich ein Ziel konsequent verfolge. Und obwohl die Definition relativ simpel ist, tauchen hier schon die ersten Herausforderungen auf. Oft ist das Ziel nicht optimal definiert und genau das ist der Hauptgrund, warum wir oft nicht an einer Sache dranbleiben.

Neben den klassischen Punkten für eine erfolgreiche Zieldefinition, ist die entscheidende Frage:

Passt das Ziel zu meinem Wesen?

Wer meinen Podcast regelmäßig hört, dem ist sicherlich nicht entgangen, dass seit der letzten Folge einige Zeit vergangen ist. Mehr als die üblichen paar Tage. Der ursprüngliche Turnus war zweimal die Woche und nun entsteht eine wochenlange Lücke. Wie kommt das? Wo ich ihn doch so gerne mache? Genau diese Frage hat mich auch beschäftigt und ich bin mal wieder auf das Thema „Dranbleiben“ gestoßen.

Da gibt es Menschen in meinem Umfeld, die nehmen sich etwas vor, z. B. einen Blog zu starten, mit einem Artikel wöchentlich, und schaffen es dann, über Monate und Jahre hinweg, diese Artikel pünktlich zu veröffentlichen. Meine Frau Melanie gehört zu diesem Personenkreis. Diese Konsequenz, dieses dranbleiben und die Kraft, ihn auch mal spät nachts noch zu schreiben, weil die die ganze Woche soviel andere Themen wichtig waren, bewundere ich von ganzem Herzen. Ich finde das toll und höchst beeindruckend.

Gegen Ende letzten Jahres entsteht und reift bei uns beiden die Idee, einen Podcast zu starten – jeder seinen eigenen versteht sich. Ich bin Feuer und Flamme. Das Konzept steht schnell und mit viel Hirnschmalz, Recherchearbeit und langen Nächten am Rechner startet ihr LiebeLeben Podcast und mein Outdoor Hero Podcast Mitte Januar. Nebenbei hat sie mir noch schnell eine komplett neue Homepage gebastelt. Das ist total irre – sie ist total irre. Vielen herzlichen Dank. Mellie, Du bist der Wahnsinn.

Einem guten Freund, der mich schon lange kennt, erzähle ich von meiner neuen geilen Podcastidee und er fragt mich nur:

„Was ist diesmal anders?“

Gemeint ist, was ist bei dieser Idee von mir anders, als bei der Idee mit dem Blog, Mountainbike-Guide, Triathlon-Hawaii. Alles Themen, die ich mit absoluter Begeisterung gestartet habe und eine Zeit lang sehr intensiv und mit viel Freude verfolgt habe und dann war wieder Schluss.

Ich habe die Frage erwartet, denn genau die gleiche habe ich mir natürlich selber schon mehrmals gestellt und ich hatte dementsprechend einige gute Argumente auf Lager. Es war dennoch ein emotional schwieriger Moment, weil mich diese Frage schon mein ganzes Leben begleitet. Übersetzt könnte sie auch heißen, was ist an dieser Idee so besonders, dass Du diesmal länger dran bleibst. Und länger wäre in diesem Fall mal mindestens zwei bis drei Jahre.

Ich habe schon so viele verschiedene Dinge in meinem Leben gemacht, allerdings oft nicht immer lange und mit Unterbrechungen.

„Scheiß auf stetig“

„STETIG“ ist wohl die Eigenschaft, die ich am wenigsten besitze und es ist gut so.

Ich bin stolz auf mich als, Skilehrer, Mountainbike-Guide, Barmann, Restaurantbesitzer, Buchautor, Blogger, Podcaster, Ironmanfinisher, Yogi, Vortragsredner, Kabarettist, Programmierer, Expeditionsbergsteiger, Rockmusiker, Geiger, Prokurist, Handwerker, Familienvater, Ehemann, Liebhaber, Solo-Kletterer, Personalleiter, Buchhalter, Reisender u.v.m.

Ich bin Abenteurer und als solcher immer auf neuen Wegen.

Manchmal langweilen dich die Dinge, die du tust und dann machst Du andere. Das haben wir als Kinder schon so praktiziert. Stundenlang mit dem Bagger Sand von links nach rechts geschaufelt um dann im nächsten Moment den Bagger stehenzulassen und Fußball zu spielen.

Und manchmal kommt dir plötzlich eine neue Idee und du läßt die andere ruhen. Das war bei uns Kindern der Moment, wenn beim Sandspielen die Mama mit einem Eis um die Ecke kam. Und ja, es hat damals schon die seltsamen Jungs gegeben, die erst ihre Sandburg fertig gebaut haben um danach das geschmolzene Eis aufzuschlecken.

Egal, ob Du Dinge gerne erst fertig machst und Themen abschließt bevor Du neue angehst oder ob Du wie ich bei jeder neuen Idee gleich aufspringst und alles andere stehen und liegen läßt oder ob Du beides kannst, wichtig ist nur eines:

Egal was Du machst, mach es richtig – mit voller Energie, vollem Bewußtsein und voller Liebe.

Nun hätte ich ja am Anfang des Podcasts sagen können, dass ich den Rhythmus von zweimal pro Woche auf unregelmäßig umgestellt habe. Fertig aus und hätte weiter meine Geschichten erzählt.

Doch weil mich dieses Thema sehr beschäftigt und ich weiß, dass es mehr Menschen gibt, die ähnliche Gedanken haben und vielleicht sogar an sich zweifeln mit Sätzen wie:

„Ich bring Themen nie zu Ende“ – quasi ein Task-Versager und neidvoll auf die „Closer“ blicken, die immer alles fertig stellen und konsequent an einer Sache dran bleiben.

Alles ist gut, so wie es ist!

Das sind zwei unterschiedliche Lebensweisen und beide haben ihre Vorteile und Nachteile. Es gibt auch nicht nur den einen und nur den anderen. Die Übergänge sind fließend und wir können beides lernen.

Viele Jahre habe ich Geige geübt und wer das schon jemals gehört hat, wie das bei einem Anfänger klingt, der weiß von was ich spreche. Ich zolle heute noch meinem Bruder Respekt, dass er das so lange ausgehalten hat (wir lebten damals zusammen mit unseren Eltern in einer 3-Zimmer Wohnung). Nach einigen Jahren klang das dann richtig gut und ich spielte viele Jahre in einem Orchester und habe es bis ans erste Pult geschafft. Dann war plötzlich Schluss. Wenn ich heute in der Philharmonie sitze oder tolle Youtubevideos sehe, denke ich mir manchmal – „Schade, hätte ich damals doch nur weitergemacht, dann wäre ich jetzt vielleicht auch da und könnte so geiles Zeug spielen“

Hätte – täte – Fahrradkette!

Hab ich nicht und deshalb kann ich jetzt auch Skateboard fahren, schwimmen und klettern, das sind nämlich genau die Dinge, die ich alle intensiv betrieben habe, nachdem ich die Geige in den Schrank geräumt habe.

Ich genieße es, immer wieder neues zu machen und wenn jetzt jemand vielleicht denkt, dass das ein Abschiedspodcast ist, der irrt sich gewaltig.

Podcasten macht mir richtig Spaß. Ich liebe es meine Geschichten zu erzählen und meine Gedanken zu teilen. Das Ziel, mit meinem Podcast Menschen, also Dich zu inspirieren wieder Neues zu wagen und mehr Zeit in der Natur zu verbringen habe ich nach wie vor klar und fest vor Augen. Das einzige, was ich mir einreden habe lassen, ist, dass ein Podcast regelmäßig erscheinen muss. Leider passt das nicht zu mir und deshalb wird es künftig unregelmäßige Episoden geben, dafür immer wieder mal mit tiefgründigen Themen, die mir am Herzen liegen. Ich bleibe also dran – nur anders.

In meiner Welt gibt es für uns nur eine einzige Sache, an der wir wirklich immer und stetig dranbleiben dürfen:

Die permanente persönliche Weiterentwicklung. Denn Stillstand ist der Tod!

Herzlichst

Euer Andi

Posted on 25. März 2017 in Allgemein

Share the Story

About the Author

Responses (2)

  1. Christian
    28. März 2017 at 19:36 · Antworten

    Hallo Andi,

    Ich kann dir sehr gut nachfühlen – ich glaube, da sind wir uns sehr ähnlich. Gerne tausche ich mich mal dazu mit dir aus und erzähle dir, wie es mir gelungen ist, länger dran zu bleiben.

  2. Norbert
    3. April 2017 at 18:48 · Antworten

    Hi Andi,

    vielen Dank für den Artikel. Der Aspekt, dass ich durch das Aufhören einer Sache Raum hatte Neues auszuprobieren und kennenzulernen, gibt mir die Sicherheit, dass auch solche Entscheidungen richtig sind. Dies allerdings nur dann, wenn ich der Sache nicht nachtrauer. So war es bei mir mit dem Schlagzeug-Unterricht. Nachdem ich diesen beendet habe, hatte ich Zeit auch abends nach der Arbeit oder früh morgens vor der Arbeit in die Berge oder Laufen zu gehen.

    Das ist für mich sehr stimmig.

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back to Top